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Medizinische Fachrichtungen

Medizinische Fachrichtungen

für Ärzte

Für einige Mediziner steht die Wahl der Fachrichtung schon zu Beginn des Studiums fest, anderen fällt diese Entscheidung trotz der Einblicke in die Vielzahl der Facharztrichtungen schwerer. Die Wahl des medizinischen Fachgebietes sollten Approbierte gut abwägen und dabei vorhandene Interessen und Fähigkeiten, die gewünschte Intensität des Patientenkontaktes und die Bedeutung des Verdienstes einbeziehen.

So vielfältig wie die Auswahlmöglichkeiten sind auch die Unterschiede zwischen diesen. In ihrer Weiterbildungsordnung listet die Bundesärztekammer 34 Fachrichtungen für Ärzte auf, wovon einige sich aufgrund ihrer hohen Komplexität noch in Unterbereiche gliedern. Dazu gehören u.a. die Chirurgie, die Innere Medizin und die Kinder- und Jugendmedizin. Beispielsweise kann sich ein Mediziner innerhalb der Fachrichtung Chirurgie auf die Herzchirurgie, die Gefäßchirurgie oder die Kinderchirurgie spezialisieren.

Hinter jedem Facharzttitel stehen weitere vier bis sechs Jahre Ausbildung. Die Berufsbilder, das Wissen sowie der Arbeitsalltag sind jeweils sehr unterschiedlich, weshalb der Wahl der Fachrichtung für Ärzte eine besondere Bedeutung zukommt.

Die beliebtesten Facharztrichtungen

Die Innere Medizin ist die begehrteste Fachrichtung, in welcher laut Bundesärztekammer rund 55.000 Ärzte arbeiten. Danach folgt mit fast 44.000 Fachärzten die Allgemeinmedizin. Den dritten Platz belegt das Fachgebiet Chirurgie mit knapp 38.000 Medizinern. Weitere etwa 25.000 Fachärzte arbeiten in der Anästhesiologie und rund 18.500 in der Frauenheilkunde. Die Ränge sechs bis zehn der beliebtesten Fachrichtungen beinhalten die Kinder- und Jugendmedizin, Psychiatrie und Psychotherapie, Radiologie, Augenheilkunde und Neurologie.

Die von Frauen bevorzugten Fachgebiete

Seit Jahren steigt die Anzahl der Ärztinnen. Der größte Teil der Fachärztinnen ist in der Allgemeinmedizin tätig, dicht gefolgt von den Fachärztinnen für Innere Medizin. Ebenfalls überdurchschnittlich viele Medizinerinnen arbeiten in der Frauenheilkunde, der Anästhesie, der Chirurgie sowie in der Kinder- und Jugendmedizin. Außerdem zählen die Psychiatrie, Augenheilkunde, Neurologie und Dermatologie zu den beliebtesten zehn Fachgebieten bei Frauen. Junge Ärztinnen bis 40 Jahre entscheiden sich deutlich häufiger für die Frauenheilkunde und die Anästhesie sowie die Radiologie.

Fachkräftemangel nach Fachrichtung und Region

In Deutschland wächst die Zahl der Ärzte seit Jahren. Allerdings reicht dieser Anstieg nicht aus, um den Fachärztemangel auszugleichen. Diese Sorge einer immer älter werdenden Gesellschaft bildet gleichzeitig positive Stellenaussichten für Ärzte. Die konkreten Berufschancen richten sich stark nach der Fachrichtung und der regionalen Lage.

Der Fachärztemangel ist auf dem Land deutlich größer als in der Stadt. Beispielsweise stehen in der Stadt Landshut 24,6 Kinderärzten pro 100.000 Einwohner 4,5 Kinderärzte im ganzen Landkreis Landshut gegenüber. Zudem ist im Landshuter Landkreis die Nachfrage nach HNO-Ärzten, Orthopäden sowie Neurologen besonders hoch. Dieser Fachärztemangel auf dem Land hat zur sogenannten Landarztquote geführt, bei welcher Bundesländer einige Studienplätze an die spätere Tätigkeit als Hausarzt in unterversorgten Regionen koppeln.

Zur Berechnung der Berufschancen für die verschiedenen Fachrichtungen hat ein medizinisches Consulting-Unternehmen die Zahl der Ärzte und die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen verglichen. Hierbei verzeichnete die Fachrichtung Hygiene- und Umweltmedizin 2018 den größten Bedarf, da sie mit 10,5 Interessenten die wenigsten Bewerber auf alle offenen Stellen hatten. Auf den Rängen zwei bis vier der gefragtesten Fachrichtungen für eine Stelle liegen die Psychosomatische Medizin, die Geriatrie und das Öffentliche Gesundheitswesen. Gute Chancen haben außerdem Fachärzte für Gastroenterologie, Pneumologie, Kardiologie, Plastische Chirurgie, Psychiatrie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Die Fachrichtungen mit dem besten Verdienst

Neben den Berufschancen ist das Gehalt ein Kriterium bei der Entscheidung für eine medizinische Fachrichtung. Tarifverträge gelten in der Ausbildungszeit sowie für angestellte Ärzte in Krankenhäusern und richten sich nach Position, Erfahrung und Arbeitszeit.

Je nach Fachrichtung unterscheidet sich bei niedergelassenen Ärzten die Entlohnung enorm. Den Spitzenverdienst mit Abstand verzeichnen Fachärzte für Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie mit einem Reinertrag von ca. 850.000 Euro pro Jahr laut Statistischem Bundesamt. Augenärzte nehmen jährlich ungefähr 370.000 Euro und Orthopäden etwa 311.000 Euro ein. Deutlich darunter liegen Hausärzte mit ca. 227.000 Euro sowie Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie mit durchschnittlich 180.000 Euro Reinertrag.

Die medizinischen Fachrichtungen im Überblick

Manche angehenden Mediziner wissen bereits zu Beginn des Studiums, für welche Fachrichtung sie sich später entscheiden werden. Anderen fällt die Wahl trotz der im Studium gewonnenen Einblicke in viele der Facharztrichtungen schwer. So oder so sollten frisch Approbierte gut über die Wahl des medizinischen Fachgebietes nachdenken und sich fragen: Welche Interessen und Fähigkeiten sind vorhanden? Wie viel Patientenkontakt ist gewünscht und wie intensiv sollte er sein? Welche Rolle spielt der Verdienst bei der Wahl des medizinischen Fachbereichs?

Die Auswahl ist immens, die Unterschiede auch: Die Bundesärztekammer listet in ihrer Weiterbildungsordnung 34 Fachrichtungen für Ärzte und Ärztinnen auf. Manche davon teilen sich nochmals in Unterbereiche auf, wie etwa die Chirurgie, die Innere Medizin oder die Kinder- und Jugendmedizin. Entscheidet sich ein Arzt für die Fachrichtung Chirurgie, kann er sich weiter auf die Gefäßchirurgie, die Herzchirurgie oder die Kinderchirurgie spezialisieren. Die Unterteilung in so viele medizinische Facharztgebiete erfolgt aufgrund der hohen Komplexität der einzelnen Bereiche.

Für jeden Facharzttitel müssen die Mediziner erneut vier bis sechs Jahre lernen. Im Anschluss an diese Ausbildung stehen völlig unterschiedliche Berufsbilder, deren Arbeitsalltag und Wissen nicht miteinander vergleichbar sind. Umso wichtiger ist es, dass Ärztinnen und Ärzte die Entscheidung für eine Fachrichtung mit Bedacht treffen.

Die beliebtesten Facharzt­richtungen

Die mit Abstand beliebteste Fachrichtung unter Ärztinnen und Ärzten ist die Innere Medizin. In diesem medizinischen Fachgebiet arbeiten nach Angaben der Bundesärztekammer rund 55.000 Ärzte. Auf dem zweiten Rang der begehrtesten Fachgebiete für Ärzte folgt die Allgemeinmedizin mit knapp 44.000 Medizinerinnen und Medizinern. Die Chirurgen belegen den dritten Platz mit fast 38.000 ausgebildeten Fachärzten. Noch rund 25.000 Mediziner arbeiten als Facharzt für Anästhesiologie, etwa 18.500 als Facharzt für Frauenheilkunde.

Die Plätze sechs bis zehn belegen die medizinischen Fachrichtungen Kinder- und Jugendmedizin (14.999), Psychiatrie und Psychotherapie (11.346), Radiologie (8.792), Augenheilkunde (7.639) und Neurologie (7.537).

Den Weg zum Wunsch-Facharzttitel beschreiben wir im Ratgeber Ärztliche Weiterbildung.

Diese Fachgebiete bevorzugen Frauen

Die Zahl der Ärztinnen wächst seit Jahren. Die meisten Ärztinnen arbeiten als Allgemeinmedizinerinnen. Fast genauso viele haben den Facharzt für die Innere Medizin. In der Frauenheilkunde sind ebenfalls überdurchschnittlich viele Ärztinnen tätig, genauso wie in der Anästhesie, der Kinder- und Jugendmedizin sowie in der Chirurgie. Zu den Top Ten der begehrtesten Fachrichtungen von Ärztinnen zählen noch die Psychiatrie, die Augenheilkunde, die Neurologie sowie die Dermatologie.

Betrachtet man ausschließlich junge Ärztinnen bis zum Alter von 40 Jahren, verschiebt sich die Rangliste ein wenig. Junge Fachärztinnen wählen deutlich öfter die Frauenheilkunde sowie die Anästhesie. Auch die Radiologie schafft es bei den beliebtesten Fachrichtungen für Ärztinnen bis 40 Jahre unter die Top Ten.

Fachkräftemangel vs. Fachkräfteüberschuss

Seit Jahren steigt die Zahl der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland an, jedoch nicht schnell genug, um den vorherrschenden Fachärztemangel auszugleichen. Was schlecht für die alternde Gesellschaft ist, beflügelt die Jobaussichten für Ärzte. Die tatsächlichen Berufschancen und die Nachfrage nach Fachärzten hängt jedoch stark von der Fachrichtung und vor allem von der regionalen Lage ab.

Auf dem Land ist der Fachärztemangel weitaus größer als in der Stadt. Am Beispiel Landshut betrachtet gibt es in Landshut 10,1 HNO-Ärzte pro 100.000 Einwohner, im ganzen Landkreis Landshut sind es dagegen nur 1,3 HNO-Ärzte. Ähnlich sieht es bei Kinderärzten aus. Hier stehen 24,6 Medizinern in der Stadt 4,5 Kinderärzte auf dem Land gegenüber. Besonders schwierig wird für die Bewohner des Landshuter Landkreises die Suche nach einem Orthopäden oder einem Neurologen.

Der Fachärztemangel in ländlichen Gebieten hat zur sogenannten Landarztquote geführt. Hierbei können Bundesländer Teile der Studienplätze an die Auflage koppeln, dass die Studenten später als Hausarzt in unterversorgten Gebieten tätig werden.

Um die Berufsaussichten für die medizinischen Fachrichtungen berechnen zu können, hat ein medizinisches Consulting-Unternehmen die Zahl der Ärzte den ausgeschriebenen Stellen gegenübergestellt. Demnach hatte die Fachrichtung Hygiene-und Umweltmedizin 2018 die größte Schwierigkeit, offene Positionen zu besetzen: rein rechnerisch hatten sie die wenigsten Bewerbern auf offene Vakanzen, nämlich 10,5 Bewerber auf alle offenen Stellen. Auf Platz zwei rangiert die Psychosomatische Medizin mit einem Wert von 11,6. Fast genauso gefragt sind Fachärzte für Geriatrie (11,8) und für das Öffentliche Gesundheitswesen (12,6). Auf den weiteren Rängen der gefragtesten Fachrichtungen für Ärzte folgen Gastroenterologen, Pneumologen, Psychiater, Kinder- und Jugendpsychiater, Kardiologen und Fachärzte für Plastische Chirurgie.

Liste Facharztrichtungen nach Bewerbern auf offene Stellen

Der beste Verdienst

Bei der Wahl der medizinischen Fachrichtung lohnt sich neben dem Blick auf die Berufschancen auch ein Blick auf die Gehaltstabellen. Während der Ausbildung sowie für angestellte Ärzte in Krankenhäuserngelten Tarifverträge. Hier richtet sich die Bezahlung nach der Position, der Erfahrung und eventuell nach den Arbeitszeiten.

Die Ärzte-Tarifverträge und Gehälter im Überblick haben wir hier zusammengefasst.

Bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sind die Unterschiede je nach Fachrichtung jedoch enorm. Mit Abstand das meiste Geld nehmen Radiologen, Nuklearmediziner und Strahlentherapeuten ein. Sie verdienen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes etwa 850.000 Euro pro Jahr – Reinertrag. Augenärzten bleiben am Ende des Jahres ca. 370.000 Euro in der Praxiskasse, bei Orthopäden ungefähr 311.000 Euro. Hausärzte verdienen demgegenüber deutlich weniger mit durchschnittlich 227.000 Euro. Neurologen und Psychiater haben im Schnitt einen Reinertrag von 180.000 Euro.